Wie ein Traum mutet es an, wie Lipsias Werden einst begann:
Am 23. im Erntemond des Jahres 1872 thront ein Häuflein Praga, Berolina Sassen in der “Goethestube” am Brühl und tat Gründungsbeschluss fassen. Reisinger, Dr.Schumacher, Hanke und Tietz hießen die Gründer und es gesellten sich dazu die späteren Junker 1 bis 10:
Kapellmeister Mühldorfer,
die Schauspieler Temmel, Teller, Otto, Schliemann,
der Sänger Ernst,
Musikdirektor und Komponist Neßler, Schauspiler Hänseler,
Steinmetz Emig und Kaufmann Kötschau.
Sie erhielten Junkernummern, während die 4 Urschlaraffen ihre Ritternamen beibehielten:
Reisinger – Rt. Huppel die Hax, der Ballettmeister war Oberschlaraffe;
Hanke – Rt. Kurella wurde Reychskantzler;
Tietz – Rt. Tartaruga war Junkermeister und Schatzmeister;
Schumacher – Rt. Caligula war mit dem Ambt des Kneifers versehen.
Jk. 9 (Victor Neßler noch heute bekannt durch seine Oper “Der Trompeter von Säckingen”) zeigte seine
Vielseitigkeit im Vortragsteil in naturgetreuen Kopien von verliebten Katzen, Hunden und Schweinen, ein Zithervortrag und seine Geschicklichkeit im Sägen und Hobeln erwarb ihm Anerkennung. Rt. Kurella schilderte die Erlebnisse einer verliebten Wespe, Rt. Tartaruga entwarf ein farbenreiches Bild vom Leben und Treiben in einem Entenhof und Jk. 6 hielt einen Vortrag über “Nix”.
Gegen Mitternacht war die 1. Sippung beendet und man verließ frohgelaunt die Veste. Im Laufe der Jahre waren Rt. Klex, Rt. Pipifx, Rt. Paula bekannte und beliebte Sassen der Lipsia. Das erste Concil und der Schlaraffia Zeytungen haben die Lipsia zu einem wichtigen historischen Reych erhoben.
Am 25. und 26. im Lenzmond a.U. 17 fand unter Vorsitz des Pragaritters Raps der Große das 1. Concil statt, dieser hatte auch die Idee zum Concil. Hier wurde der erste Spiegel gedruckt.
Der Prolog schwungvoll von Rt. Kurella zum 1. Concil vorgetragen hat in der 1. Strophe folgenden Wortlaut:
” Es ist kein Traum! Vereinigt sind die Reyche,
die Uhu sich im Süd und Nord’ gegründet;
die zarte Pflanze wuchs zur mächt’gen Eiche —
Heil dem, der sich in ihrem Schatten findet.
Es ist kein Traum! Ein Bruderband umschlinget
die Stämme alle, die zu Uhu beten; —
Der erste Schritt gethan! Schlaraffia ringet
aus aller Fährlichkeit und allen Nöthen
zur Weltherrschaft jetzo empor,
zum Weltenreich der Lust, des göttlichen Humor !”
“Der Schlaraffia Zeytungen” ist jahrelang unter der Leitung des Grafen Klex gewesen. Sein Name ist ein schlaraffischer Begriff geworden durch unser Bundesorgan. Die ersten 32 Nummern erschienen in autographischem Druck, Klex hat jedes Wort eigenhändig geschrieben.

Die Nummer 33 war die erste, die im Buchdruck entstand. Klex war 25 Jahre Herausgeber, Redakteur, Eigentümer, Markthelfer und Laufbursche in einer Person. Klex sind Anerkennungen und Ehrungen zuteil geworden:
Davon zeugen 50 Reyche, die ihn zum Ehrenritter erkürten.
Nicht weniger bekannt ist der Rt. Helm, der immer seinen Künstlerstift zur Hand hatte und seine wunderbare Gestaltungsgabe in den Dienst Uhus stellte, zum Ruhme der Lipsia, zum Ruhme der Allschlaraffia.
Die letzte Zeyttung die den Namen unseres Reyches Lipsia als Verlagsort trägt ist Nr. 323 vom 1.Ostermond a.U.47 (1906) unter dem letzten Redakteur Rt. Kolibri.
Die Festburg – Kongresshalle am Zoo https://images.leipziger-messe.de/kongresshalle/
